Freitag, 28. Juli 2017

Regen, Regen und noch mehr Regen...


Hallo ihr Lieben, willkommen zu einem neuem Format. Wir erleben ja fast täglich neue Dinge und um diese festzuhalten wird es nun einen wöchentlichen Rückblick geben. Bevor wir aber mit dem ersten Wochenrückblick starten, wollte ich mich bei euch bedanken! Ich war mir nicht ganz sicher ob und wie der Blog weiter gehen soll. Da aber viele unseren Weg begleitet haben, unsere Familie uns so etwas näher ist und wir unsere Erlebnisse festhalten können, habe ich es gewagt. Vom Gefühl  ist es wie nach Hause kommen und eure lieben Kommentare und Nachrichten haben mich in meiner Entscheidung gestärkt. Vielen Dank!


 Die Woche war durch eine Sache besonders geprägt… dem Dauerregen! Seit Montagnachmittag regnete es in einer Tour durch. Ohne mal schwächer zu werden oder gar aufzuhören. Die Berge die wir ansonsten von unserem Fenster aus sehen können blieb für Tage hinter den dicken Wolken verborgen. Dennoch entschieden wir uns für einen Spaziergang. Bis auf wenige Menschen waren die Straßen leer und wir konnten in Ruhe unsere neue Stadt erkunden bis die Kleidung durchgeweicht war. Ich liebe es ja, wenn man nass ins warme Heim kommt, warm duschen geht und danach etwas Leckeres isst. So haben wir es auch getan. Die Nacht regnete es weiter… Am nächsten Tag haben wir uns zuerst Gummistiefel besorgt. 

  
Ein Must-have für diesen Sommer wenn ihr mich fragt! Wir hatten riesen Spaß draußen in den Pfützen rumzuspringen.




Am Mittwoch war es dann vorbei mit dem Spaß… Der starke und langanhaltende Regen zeigte seine Schattenseite. Die Straßen standen unter Wasser, viele waren gesperrt und einigen hat es wirklich schwer in ihren Häusern getroffen. Uns war klar, wir helfen mit! Diese Idee hatten so viele Menschen… Während ich mit anderen Sandsäcke schleppte, hielt ich einen Moment inne und beobachtete das geschehen. Gänsehaut breitete sich über mein Körper aus! Die Solidarität kann ich kaum in Worte fassen. Es war gigantisch was hier geschah. Jeder half jeden! Selbst Jugendliche radelten mit ihren Fahrrädern an uns vorbei um zu fragen, wo sie helfen können. Nicht nur die zahlreichen Feuerwehrleute und anderen institutionellen Hilfskräfte waren an diesen Tagen Helden… Es waren alle Helden! Ich habe meine Stadt noch mehr schätzen und lieben gelernt, bin vielen neue tolle Menschen begegnet und habe gelernt auf was es tatsächlich ankommt. Nun bin ich Ganz angekommen! Die Natur ist atemberaubend schön aber die Menschen sind das wahre Herz vom Harz!


Die Talsperre hielt zum Glück und so kam es zu keiner weiteren Katastrophen. Danke auch für eure überwältigenden Nachrichten und Gedanken. Wer weiß ob das nicht schlimmeres verhindert hat?! Wernigerode ist wieder aufgeräumt und für die anderen Städte wünsche ich mir, dass die Welle an Hilfsbereitschaft noch lange anhält. 

Einen schönen Satz sagte der Kurze abends zu mir… „Mama? Du bist meine Feuerwehrfrau!“ Seitdem er sprechen kann möchte er zur Feuerwehr gehen. Wer weiß, vielleicht gehen wir beide und geben so den Menschen das zurück was sie uns hier geschenkt haben… Ein Zuhause!

Eure Gina
 

Dienstag, 25. Juli 2017

Ein Traum ist wahr...


Hallo ihr Lieben, nach einer Ewigkeit melde ich mich wieder zurück! In den letzten Monaten ist viel passiert und von einer Sache möchte ich euch heute berichten… Es hat sich ein riesen Wunsch erfüllt! Wir sind umgezogen und wohnen nun im zauberhaften Harz. Es kribbelt immer noch wenn ich das schreibe und es ist ein unglaublich schönes Gefühl. Einige Jahre haben wir davon geträumt und nun ist es Realität. Unglaublich! Noch sind wir mittendrin aber ein Ende ist in Sicht. Es ist alles ziemlich aufregend und wir erleben jeden Tag neue Sachen. Ich möchte euch wieder mehr teilhaben lassen an unser Leben und das was wir alles erleben. Ein Blog ist ja letztlich nichts anderes wie ein Tagebuch und so halte ich auch für uns diesen Schatz an Erinnerungen fest.


 Die letzten Wochen waren etwas Chaotisch… Ständig pendelten wir zwischen Berlin und unserer neuen Heimat, packten Kartons, erledigten Schriftkram, luden die unzähligen Anhänger ein und wieder aus… Und jetzt? Ist noch die alte Wohnung abgabefertig zu machen und diese ganzen Karton wieder auszuräumen. Um effektiver zu sein haben wir uns die Aufgaben geteilt. So bin ich größtenteils hier für das neue Heim zuständig und der Gatte darf die alte Wohnung machen.

  

Eine Art Alltag ist noch nicht eingekehrt. Was auch daran liegt, dass der Kurze nicht mehr in der Kita geht und mich ziemlich auf trapp hält. Es sind die letzten Wochen vor einem neuen Lebensabschnitt. Aber das ist ein anderes Thema… Ich darf nicht daran denken wie schnell die Zeit vergeht. Er fühlt sich hier unglaublich wohl und blüht regelrecht auf. Was auch daran liegen könnte, dass die Menschen sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und sehr kinderlieb sind. In Berlin habe ich einige Situationen erlebt in denen mein Sohn oder wir als Familie nicht gerade Willkommen waren. Hier habe ich so etwas noch nie erlebt. Kinder sind hier selbstverständlich und erfreuen sich größter Beliebtheit. Selbst als mein Sohn die ersten Tage wie das aufgezogenes Batteriehäschen aus der Werbung durch die Stadt sich plauderte, waren die Menschen stets liebevoll im Umgang mit ihm. Das Verständnis meinerseits war nicht so groß… lach. Ich finde es immer wieder faszinieren wenn man hektisch aus Berlin hier ankommt… es ist als würde jemand die Zeit verlangsamen und mein Puls gleich mit. Und so passiert es, dass ich eine halbe Stunde mit anderen Wernigerödern beim Fischer am Stand stehe und warte bis er seine Pause beendet. Das hätte mal eine Kassiererin bei Penny in Berlin machen sollen… lach. Vielleicht versteht ihr jetzt wie groß der Unterschied ist. Und während man da so steht und wartet zieht weder einer ein Gesicht noch meckert jemand rum. Nein, es wird sich unterhalten und gelacht. Man kommt also schnell mit den Menschen hier ins Gespräch. Von einer weiteren Begegnung die mir vor einiger Zeit passiert ist, möchte ich euch nun erzählen:

Vor einigen Tagen schlenderten wir durch die Stadt und wollten noch einige Sachen erledigen. Dabei liefen wir an einem Laden vorbei der in kürze schließt und in diesem eine hübsche alte Waage im Schaufenster stand. Ich meinte noch zu meinem Mann, dass ich sie sofort nehmen würde. Einen Tag später (mein Mann wieder in Berlin) lief ich wieder mit dem Kurzen an dieses Schaufenster vorbei und diesmal stand ein Schild auf der Waage mit der Aufschrift, dass sie ein neues Zuhause sucht. Was ich mich gefreut habe… Und was für ein Zufall! Auf Märkte komme ich momentan einfach nicht hin und anscheinend muss ich das auch nicht… Die Sachen kommen zu mir! Jedenfalls stand für uns beide fest, dass sie zu uns ziehen darf. Also nichts wie rein im Laden… Nun wiegen diese hübschen Dinger ja nicht wenig und obwohl der Laden nur 3 Häuser weiter ist, hätte ich das Ding niemals hier her bekommen. Freundlich und hilfsbereit wie die Menschen hier sind, wurde sie mir mit einer Selbstverständlichkeit gebracht. Versteht mich nicht falsch… Berliner könne auch freundlich und hilfsbereit sein! Wenn sie Zeit dazu haben… lach. Die vorherige Besitzerin war erleichtert, dass das gute Stück in guten Händen ist und ihr Mann (der arme war völlig aus der Puste) war erstaunt eine solche Inneneinrichtung bei einer jungen Familie zu finden (Jung? Na er hat mein Mann noch nicht kennen gelernt… lach). Das Eis war gebrochen… das Paar liebt selbst alte Dinge. Nun werden wir uns nochmals gemeinsam treffen, da sie noch ganz viele andere tolle Sachen haben die eine neue Heimat suchen.



Ich bin sehr glücklich hier und kann es immer noch nicht wirklich glauben. Für heute war es das schon! Bis zum nächsten Mal…


Eure Gina